Die Wärmewende kommt kaum voran. Heizöl kostet so viel wie seit drei Jahren nicht mehr. Der Google-Trends-Wert für „Wärmepumpe“ liegt wieder dort, wo er im Frühjahr 2022 lag.
Deutschland will 500.000 neue Wärmepumpen pro Jahr. Dieses Ziel hat der Markt bisher nie erreicht. 2023 war mit 356.000 Geräten das stärkste Jahr und lag 29 Prozent unter der Marke. 2024 brach der Absatz auf 193.000 Geräte ein. 2025 zog er auf 299.000 an, blieb aber 40 Prozent unter dem Ziel.
Mit diesem Tempo rückt die Wärmewende nicht näher. In Deutschland heizen noch viele Wohnungen und Gebäude mit Öl. Je nach Datensatz sind es rund 19 Prozent der Wohnungen oder etwa ein Viertel der Wohngebäude. In Bayern, Baden-Württemberg und im Saarland liegt der Anteil höher, aber klar unter 50 Prozent.
| Jahr | Absatz (Wärmepumpen) | vs. Ziel (500K) |
|---|---|---|
| 2022 | 236.000 | −53 % |
| 2023 | 356.000 (Rekord) | −29 % |
| 2024 | 193.000 | −61 % |
| 2025 | 299.000 | −40 % |
| 2026 (Prognose) | 350.000–430.000 | −14 % bis −30 % |
Seit Ende Februar 2026 ist Rohöl teurer geworden. Der Brent-Preis stieg von rund 72 auf mehr als 120 US-Dollar pro Barrel. Heizöl zog im März nach und lag Ende des Monats laut Marktportalen bei rund 140 bis 150 Euro pro 100 Liter.
Für Haushalte mit Ölheizung wird der Wechsel damit wieder zur Kostenfrage.
Google Trends zeigt, wie oft Menschen einen Begriff in einer Region suchen, relativ zum Höchstwert im gewählten Zeitraum. Der Index reicht von 0 bis 100. Google veröffentlicht keine absoluten Suchzahlen.
Google Trends zeigt Informationsinteresse. Wer nach „Wärmepumpe“ googelt, informiert sich über Kosten, Fördermöglichkeiten und Installateure. Das kann auf Kaufinteresse hindeuten.
Google Trends zeigt nicht, wer am Ende kauft. Dazwischen liegen Geld, Förderung, Handwerkertermine und die Lage im einzelnen Haushalt. Der Ausschlag von 2022 kam vor dem Absatzhoch von 2023. Daraus folgt noch keine feste Regel.
Von 2020 bis Anfang 2022 blieb das Suchinteresse für „Wärmepumpe“ niedrig. Meist lag der Index unter 20. In der Google-Suche spielte das Thema damals noch eine deutlich kleinere Rolle als ab 2022.
Im Frühjahr 2022 sprang der Index auf 95. Viele Haushalte suchten wegen der Energiepreise nach Alternativen. Im April 2023 erreichte der Wert mit Index 100 seinen Höchststand. 2023 verkaufte die Branche 356.000 Geräte und damit so viele wie nie zuvor.
Danach fiel der Index wieder. Im Januar 2025 lag er bei 33. Der Absatz sank 2024 auf 193.000 Geräte.
Seit Herbst 2025 zieht der Suchtrend wieder an. Der jüngste Anstieg beim Heizöl hat diese Bewegung verstärkt. Im März 2026 steht der Index bei 91 und damit fast auf dem Niveau des Schocks von 2022.
Ob daraus wieder ein Installationsboom wird, weiß heute niemand. 2022 traf der Preisschock auf einen anderen Markt. Heute sind Handwerkskapazitäten knapper, und der Auslöser des jüngsten Ölpreisanstiegs kann sich schneller auflösen.
Ob der aktuelle Suchanstieg in Verkäufe umschlägt, zeigen erst die Marktdaten für 2026 und 2027. Der Index von 91 ist ein starkes Signal, aber noch kein Marktergebnis.